Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit Niedersachsen

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Selbstdarstellungsflyer der   kann als PDF - Datei heruntergeladen werden:

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Die folgenden Positionen wurde im April 2002 von den nachfolgenden Gründungsmitgliedern nach längerer Diskussion und nach Rückkoppelung mit den beteiligten Trägern und Institutionen als verbindliche Grundlage verabschiedet:
 

(Sie können das Grundsatzpapier formatiert auch als pdf-Datei herunterladen)

 

Grundsatzpapier der Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit in Niedersachsen

Vom 24.April 2002:

 

Präambel

Jungenarbeit ist in vielen Feldern der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Schule anerkannt und fachlich geschätzt.

Im KJHG §9,3 wird die Berücksichtigung der unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen und Jungen gefordert und implizit die gezielte Förderung der Geschlechter angesprochen.

Die Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit in Niedersachsen (LAG JuNi) will geschlechtsbezogene Jungenarbeit nachhaltig fördern und qualifizieren sowie die erforderliche Lobbyarbeit für deren Anerkennung als notwendiger Bestandteil geschlechtsbezogener Arbeit in Kinder- und Jugendhilfe, in Schule, in Politik und Verwaltung leisten.

 

Positionen

Geschlechtsbezogene Pädagogik ist keine Methode, sondern eine Sichtweise sowie professionelle Haltung, die in geschlechtshomogenen wie koedukativen Praxisfeldern wirksam wird. Die soziale und kulturelle Dimension von Geschlechtlichkeit (Gender) wird als zentrale Kategorie betrachtet. Männlichkeit und Weiblichkeit wird in diesem Sinne nicht als naturhaft gegeben und unveränderlich verstanden, sondern als kulturell konstruiert und in steter Entwicklung befindlich.
Jungenarbeit erfordert dementsprechend eine kritische Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Machtverhältnissen, männlicher Dominanz und den Widersprüchen im Geschlechterverhältnis. Jungenarbeit kann dabei kein Ersatz für notwendige Veränderungen in der Erwachsenensphäre sein.

Jungenarbeit ist neben der Mädchenarbeit und der reflexiven Koedukation integrativer Bestandteil geschlechtsbezogener Pädagogik und ist eine Querschnittsaufgabe in allen Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe (Kindertagesstätten, Hort, Kinder- und Jugendarbeit, Jugendbildung, Jugendpflege, Beratung, Therapie, ...) und Schule.

Jungenarbeit bedeutet die fachkundig therapeutische und pädagogische Begegnung erwachsener Männer mit Jungen und damit eine Unterstützung und Orientierungshilfe bei der Mannwerdung.
Unter Jungenpädagogik wird die geschlechtsbezogene pädagogische Arbeit von Frauen und Männern sowie unter Jungenerziehung die geschlechtsbezogene Erziehung von Jungen verstanden.

Neben der professionellen pädagogische Ebene wird auch die erzieherische Funktion der Väter und Mütter und aller anderen an der Erziehung Beteiligen gesehen. Ebenso ist dem Feld der semi-professionellen Ehrenamtlichen in Gruppenleitungen Beachtung zu schenken.

Eine notwendige Bedingung qualifizierter Jungenarbeit ist die kritische Selbstreflexion der Jungenarbeiter hinsichtlich ihrer eigenen Mannwerdung, ihres eigenen Mann-Seins und ihrer Bilder von Männlichkeit, ihrer Beziehungen und Einstellungen zum eigenen Geschlecht sowie zu Mädchen und Frauen.

Jungenarbeit setzt an den Problemen, die Jungen machen, und an den Problemen, die Jungen haben, an und eröffnet Jungen neue Räume zur eigenen Entwicklung. Jungen werden dabei in ihrer besonderen Individualität mit ihren Stärken und Schwächen, Defiziten und Kompetenzen wahrgenommen, unterstützt und begrenzt sowie als entwicklungsfähige Persönlichkeiten wertgeschätzt. Die Vielfältigkeit von Jungen und Männern zu sehen und zu beachten sowie sie als Bereicherung zu erfahren, ist ein wichtiger Ausgangspunkt der Jungenarbeit. Jungenarbeit bedeutet, das Miteinander mit Lust und Spaß zu gestalten, ohne auf Kosten von anderen zu agieren.

Die Jungen sollen durch aktive Partizipation in pädagogische und soziale Prozesse einbezogen werden.

Jungenarbeit sucht das solidarische Neben- und Miteinander zu Mädchenarbeit und will eine Sicherung und Erweiterung der Ressourcen in der geschlechtsbezogenen Arbeit herbeiführen. Dies darf nicht auf Kosten bestehender Mädchenarbeit passieren oder gar finanziert werden.

Zentrale Ziele der Jungenarbeit sind die Unterstützung von Jungen und jungen Männern in ihrer Entwicklung zu emotional lebendigen, sozial verantwortlichen und selbstreflexiven Persönlichkeiten und die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Geschlechter.

 

Aufgaben

Jungenarbeit braucht zur Weiterentwicklung den Informationsaustausch in Theorie und Praxis und die Qualifizierung von Fachkräften in Aus-, Fort- und Weiterbildung. Die LAG JuNi versteht sich als Kontaktstelle für den Fachdialog unter allen Trägern der Kinder- und Jugendhilfe und Schule sowie mit Fachkräften aus Praxis und Wissenschaft.

Eine wichtige Aufgabe ist, die geschlechtsbezogene Arbeit mit Jungen weiter zu verankern. Wesentlich ist dafür, Männer zu gewinnen und zu qualifizieren, die die Praxis von Jungenarbeit gewährleisten.

Um Jungenarbeit in allen Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe und Schule etablieren zu können, müssen bestehende Konzeptionen geschlechtsbezogener Arbeit dokumentiert, analysiert, differenziert, evaluiert, weiterentwickelt und in Form von Modellvorhaben, Projekten und anderen situationsspezifischen Angeboten in die Praxis zurückgeführt werden. Dazu bedarf es einer gezielten Grundlagenforschung in Praxis und Wissenschaft.

Die Vernetzung der Anbieter und Vertreter von Jungenarbeit in der LAG JuNi ist eine zentrale Aufgabe und ist nicht zuletzt die Voraussetzung dafür, um als landesweite Interessenvertretung in der Kommunikation mit sozialadministrativen wie sozialpolitischen Stellen Lobbyarbeit leisten zu können.

Die interne Vernetzung soll durch regelmäßigen Informationsaustausch über Neuerungen, Projektanfänge und -berichte sowie durch die Vermittlung von Erfahrungen aus der Arbeit hergestellt werden. Wichtige Schnittstellen werden die Erfahrungen mit der Förderung von Jungenarbeit in der Kommune und im Land Niedersachsen (z. B. Anträge, Finanzierungsmodelle) sein.

Die LAG JuNi setzt sich für den Erhalt und den Ausbau geschlechtsbezogener Angebote ein. Jungenarbeit braucht politische Anerkennung und die Förderung durch ausgewiesene Finanzmittel. Die LAG JuNi wirkt im Sinne der Ziele und Inhalte von Jungenarbeit (und im Interesse der Anbieter von Jungenarbeit) bei der jugendpolitischen Gesetzgebung und bei der Entwicklung administrativer Prozesse mit.

Mitgliedschaft

Es können alle in der Jungenarbeit aktiven Kollegen oder an Jungenarbeit interessierten Träger, Einrichtungen, Initiativen, Vereine, Verbände Mitglied in der LAG JuNi werden.

Alle natürlichen Personen und Personengruppen sowie juristische Personen, die unsere zuvor aufgeführten Grundsätze und Ziele unterstützen, können mitarbeiten.

(Bei den natürlichen Personen und Personengruppen muss es sich um Fachmänner handeln, juristische Personen sind aufgefordert, sich durch männliche Mitarbeiter vertreten zu lassen.)

 

Vorhaben

Zur Verwirklichung der Ziele ist u.a. vorgesehen:

·         Vernetzung (z.B. Verteiler, kontinuierliche Treffen)

·         Motivation zur Praxis von Jungenarbeit mit dem Ziel einer breiteren Verankerung

·         Mitwirkung an Prozessen in der (Fach)Öffentlichkeit

·         Mitgestaltung und Stellungnahmen zu jugendpolitischen Entwicklungen

·         Kontaktstelle für Pädagogik, Politik und Verwaltung

·         Beratung und Fortbildung zu Jungenarbeit

 

 

Zukünftige Vorhaben:

·         Dokumentation der bestehenden Praxis von geschlechtsbezogener Jungenarbeit

·         Erarbeitung und Fortschreibung von Qualitätsstandards

·         (Mit)Durchführung von Fachtagungen

·         Herausgabe eines Info-Rundbriefs

·         Aufbau von Interessengruppen zum Austausch

·         Gezielter Austausch von Mädchenarbeit und Jungenarbeit

·         Finanzielle Absicherung von Jungenarbeit und geschlechtsbezogener Pädagogik

·        Ausbildung von Jungenarbeitern

 


 

Gründungsmitglieder:

  

Institution/Einrichtung

 

vertreten durch

 

Arbeitsgemeinschaft für Wohngruppen, Hannover

Jürgen Bohlke

Arbeitskreis Jungenarbeit im Landkreis Osterholz-Scharmbeck

Dirk Meyer

Arbeitskreis Jungenarbeit Wolfsburg

Frank Rauschenbach und
Maik Kasper

Diakonische Werk des Ev.-luth. Kirchenkreises Osterholz-Scharmbeck, Fachdienst Jugendhilfe                    

Frank Meyer

Fachkreis Jungenarbeit Hannover

 

Home-Zentrum, Hannover

Rainer Achtermann

Institut für soziale Kompetenz

Frank Labatz

Jugendwerk der Arbeiterwohlfahrt Niedersachsen e.V.

Helmut Müller

JuMp - Trägerübergreifender Mitarbeiterverbund zur Jungen- und Männerpädagogik in Stadt und Landkreis Celle

Stefan Fleischer

Kinderschutzzentrum Hannover

Klaus-Peter Zachowski (Olaf Jantz)

Anstoss Beratungsstelle / Männerbüro Hannover e.V.

Klaus Ganser

mannigfaltig, Institut und Verein für Jungen- und Männerarbeit, Hannover

Christoph Grote

MEDIUM e.V. - Institut für geschlechtsbezogene Bildung, Sozialpädagogik & Forschung, Hannover & Göttingen

Olaf Jantz (Klaus-Peter Zachowski)

Petras, Eckhard, Fachberater, Delmenhorst

 

SOS Kinderdorf Worpswede, SOS Beratungsstellen Lilienthal, Osterholz-Scharmbeck

Dirk Meyer

Stadt Langenhagen/Abt. Jugendpflege (51.518)

Frank Labatz

Trägerübergreifender Arbeitskreis Jungenarbeit, Hannover

 

Wechselspiel- Institut für Pädagogik und Psychologie, Braunschweig

Tim Rohrmann und
Andreas Rautenberg

Werkstatt für Mannsbilder, Hannover

Christoph Zabel

Verein für Erlebnispädagogik und Jugendsozialarbeit (vej), Hannover

Thomas Höser und
Jörg Lohmann

 

Sie haben / Du hast Interesse mitzuarbeiten und/oder Mitglied zu werden? Ihre / Deine Mitarbeit ist uns stets Willkommen:

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Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit Niedersachsen - LAG JuNi

Wunstorfer Str. 58
30453 Hannover
Mail:  info@LAG-JuNi.de
Tel.: 0511 - 215 02 66 Fax: 0511 - 215 02 99

 Sprecher:  Olaf Jantz

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Olaf.Jantz@LAG-JuNi.de  
Letzte Aktualisierung: 19. September 2010.